Austausch über Human Design

Ein kurzer Beitrag über die alltäglichen Schwierigkeiten der Kommunikation im Internet. Und was das Human Design bietet, um andere in ihrer Einzigartigkeit auch sehen zu können, ohne sich selbst direkt persönlich angegriffen zu fühlen. „Communing“ ist der respektvolle Austausch von unterschiedlichen Perspektiven.

Für mich ist es derzeit schwierig Allgemeinaussagen zu treffen. Pauschal eine Meinung über Dinge zu haben, einen konkreten Standpunkt zu vertreten. Auf der einen Seite, weil ich wirklich weniger unspezifisch zu sagen und mitzuteilen habe. Auf der anderen Seite, weil mir mehr und mehr bewusst wird, wie sehr ich auch etwas objektiv darzustellen versuche, ist das, was ich sage, schreibe und mich ausdrücke immer nur subjektiv eine Betrachtung von vielen möglichen Sichtweisen.

Je nachdem, wie der Rahmen, der Kontext, die Gegebenheiten sind komme ich zu anderen Schlüssen. Von einseitigen Betrachtungen halte ich eh nichts, korrekte Abwägung und Abschätzung ist immer konkret auf Situationen bezogen. Es kommt halt drauf an.

Mir ist sehr klar, dass die persönlichen Berichte und Artikel, die ich hier künftig teilen werde, spezifisch auf meine Ansicht referieren und daher Standpunkte, die ich vertrete eventuell nicht auf andere zutreffen können. Ein Trend, den ich beobachte ist für alles eine 0815 How-to-Lösung parat zu haben, das kann ich aber nicht mehr vertreten.

In mir macht sich die Frage immerzu breit, wenn ich unpersönlich teile:

Was ist der Wert dieser Aussage in diesem Moment?

Wenn ich mich unspezifisch an Menschen richte, mich im kollektivem Feld bewege ist das einzige, was sich kontinuierlich richtig anfühlt, dass ich von meinem eigenen Experiment berichte. Das, was ich selber ausprobiere, herausfinde, erforsche und überprüfe. Anderen eben von meiner Erfahrung, meiner Innensicht zu berichten, das fühlt sich richtig an.

Was ich sage, kann nicht losgelöst von meinem Leben beurteilt werden.
 
Wie ich also die Welt betrachte, hat mir mir zu tun und was mich einmalig macht. Wie du über mich und was ich mitzuteilen habe denkst, hat mehr mit dir zu tun als mit mir. Worin du mit mir nicht übereinstimmst, hat mehr mit deiner Weltsicht zu tun hat, die du meiner gegenüberstellst. Das, was du eventuell nicht nachvollziehen kannst, hat mit deiner bisherigen individuellen Lebenserfahrung zu tun.

Ich bin mein eigener Referenzpunkt für das, was ich in diesem Leben aus dem Leben mitnehme. Und du darfst dein legitimer Referenzpunkt sein, wo ich nur einer von vielen Referenzen von Lebenserfahrungen bin.

Das ist, was Human Design im Kern lehrt.
Das ist, wie Einzigartigkeit in Einklang mit Unterschiedlichkeit gebracht wird.

Wie wir mental die Welt verarbeiten ist eben nicht vergleichbar und sehr spezifisch.
Und wer im Dekonditionierungsprozess ist darf lernen seine eigene Wahrheit im Inneren zu finden. Das Äußere zeigt nur, was fremd ist und was uns bisher unbekannt ist.

Ich möchte festgehalten haben, dass wir uns unterscheiden macht einen von uns nicht weniger wertvoll als Mensch. Und worin wir nicht übereinstimmen, das müssen wir nicht unbedingt dramatisieren und problematisieren. Es ist aber das, was in Kommunikation tagtäglich passiert, wenn wir uns vor allem mit Menschen über unsere Ansichten und Weltanschauungen unterhalten – ganz besonders im Internet.

Mal ehrlich … Wie viele Menschen mit denen du dich tagtäglich nur unterhältst und austauschst, haben wirklich direkten Einfluss oder Wirkung auf dein Leben?

Worauf ich hinaus will ist, dass Menschen dazu neigen Gesagtes überzuinterpretieren, indem sie dem zu viel Wert beimessen und dadurch sofort unreflektiert und ungefiltert auf sich beziehen. Wir sind auf Erden um individuell aus dem Wust an Informationen und Ansichten herauszuziehen, was auf uns zutrifft.
Es hilft stehen zu lassen, womit du nicht in Resonanz gehst.

Kommunikation ist zu einem Kampf-Feld mutiert, wo Menschen der Illusion verfallen, dass der Sieger derjenige ist, der am Ende Recht behält. Es gibt Situationen, wo es durchaus wichtig ist gegen Unrecht anzugehen – es ist wichtig gegen unfaire Machtstrukturen seine Stimme zu erheben. Aber es besteht ein Unterschied zwischen Menschen in Machtpositionen anzugehen und sich auf Pseudo-Machtkämpfe einzulassen, die nur der Beschäftigung dienen. Meistens sogar der Ablenkung. Man geht lieber gegen andere an, anstatt auf sein eigenes Leben zu blicken und seine Kapazitäten produktiv zu nutzen, um für sich selbst voranzukommen.

Was hat ein Mensch mit dem du persönlich noch nie von Angesicht zu Angesicht zu tun hattest wirklich in deinem Leben zu sagen? Ich glaube, dass wenn wir auf dieser Welt einen respektvolleren Umgang miteinander möchten es mit uns selber anfängt, besser zu unterscheiden, was wirklich relevant für unser Leben ist und manche Dinge auch einfach ignorieren können und ruhen lassen.

95% von dem, was im Internet passiert ist unpersönlich, weil wir die Menschen nicht persönlich kennen, noch mit denen wirklich regelmäßig persönlich zu tun haben. Mir mögen inspiriert sein und eventuell interessieren wir uns für jemanden. Wir sind neugierig auf das, was diese Person erlebt, mitzuteilen hat, was sie erschafft aber eine Be-ziehung macht primär die Reziprozität aus.

Bin ich bereits ein Teil des konkreten Lebens dieser Person.
Oder jemand, der mit Abstand Zeuge davon sein darf?

Reziprozität ist Gegenseitigkeit. Zwei Menschen, die sich wechselseitig aufeinander beziehen und aufeinander wirken. Es ist eben keine Einbahnstraße. Manche Menschen sind Einbahnstraßen, und da müssen Verbindungen eben erst neugeschaffen werden, die sich korrekt ergeben wenn man den anderen kennenlernt.

Kennenlernen im Human Design Kontext ist jemanden zu Erkennen.
Das Einmalige zu sehen und anzuerkennen.

Meine persönliche Erfahrung bisher ist, dass in den meisten Fällen, wo ich im Internet mit Menschen zu tun habe, das wenigste an mich direkt als Person adressiert ist, sondern auf mich. Menschen beziehen sich auf das, was ich von mir gebe, stören sich ggf. an Worten oder eher Wortbedeutungen, weil sie selbst Worten andere Bedeutungen geben.

So regen sich sich auf …
Und bürde mir ihre eigenen Dinge auf …
Wo ich mich oft wundere: Was will der andere eigentlich gerade von mir?

ich möchte Dinge hinrerfragen und zur Bewusstheit bringen.
Ich möchte in Frage stellen, ob wir Menschen korrekt miteinander umgehen.

Richtest du dich respektvoll an jemanden? Indem du an jemanden korrekt herantrittst?
Sprichst du im offenen Interesse mit jemanden? Und entsprechend hast du ein Interesse an einem gegenseitiger synergetischem Austausch?
Oder geht es eigentlich um dich, und was du mitzuteilen hast?

Ich halte nichts von ein-dimensionalen Tipps und sage auch nicht, wie Kommunikation von stattgehen soll. Ich weiß, wie es für mich funktioniert – für mein Design passt. Ich stelle in Frage, ob du dir bewusst und Gewahr bist, wie du mit Menschen kommunizierst und worum es dir primär geht.

Kennst du dich und ist dir bekannt, wie du mit anderen interagierst?

Human Design verhilft exakt das herauszufinden, die wiederkehrenden Muster im eigenen Leben hervorzuholen. Das ist, was ich zu schätzen gelernt habe und in die Welt tragen möchte. Muster zu erkennen und Muster zu verstehen.

Denn wer sich Mustern bewusst ist, kann diese brechen.
Human Design offenbart diese Mustern, mit denen wir geboren sind.
Es zeigt die Fallstricke, in denen wir tagtäglich tappen, wenn wir uns selbst nicht kennen.

Human Design bietet ein systemisches Verständnis für die Ganzheitliche Struktur auf der Welt.
Es zeigt auf, in welcher kleinen Bubble wir uns selbst eigentlich in unserem Mikrokosmos befinden und verdeutlicht den Fehler, dass wir eben nicht von uns selbst immer auf andere schließen können.

Sich selber wertzuschätzen und andere fängt exakt hier an.
Indem wir andere bedingungslos in ihrer Natur annehmen und uns nicht ständig vergleichen in der Annahme, dass uns was innerlich fehle.
Wer vergleicht, der bemisst. Wer gegenüberzustellen gelernt hat, kann die besonderen Qualitäten für sich betrachten und wiegt nicht auf.

Für mich ist meine Website mein Garten, indem ich mir den Raum nehme ihn zu gestalten wie ich möchte. Du bist herzlich eingeladen dich umzuschauen, in den Kommentaren mit deiner Ansicht beizutragen und den Raum für eigene Reflektion über deine Erfahrung zu nutzen.

Für mich zählen Respekt und Wertschätzung und das Credo #HauptsacheKorrekt.

Yasemin.
 

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